{"id":139757,"date":"2026-04-08T10:30:00","date_gmt":"2026-04-08T03:30:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.wochenblitz.com\/?p=139757"},"modified":"2026-04-14T09:25:45","modified_gmt":"2026-04-14T07:25:45","slug":"bleiben-oder-geht-expats-jetzt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/test.wochenblitz.com\/?p=139757","title":{"rendered":"Bleiben oder gehen? Was Expats jetzt sagen"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wer vor drei oder vier Jahren nach Thailand gezogen ist, hat das unter anderen Vorzeichen geplant. Die Rente reichte locker, die Steuerlage war bequem und die Wohnung viel billiger als wie in M\u00fcnchen. Heute sitzen viele Langzeitbewohner mit denselben Einnahmen vor einer anderen Rechnung \u2013 und fragen sich ernsthaft, ob die Entscheidung noch tr\u00e4gt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das ist keine Panikmache. Es ist eine Frage, die sich stellt, wenn man ehrlich nachrechnet. Dieser Artikel legt die wichtigsten Faktoren auf den Tisch: Kosten, Steuern, Visum, Alternativen. Keine Romantik, keine Horrorgeschichten \u2013 nur die Fakten, die f\u00fcr eine vern\u00fcnftige Entscheidung n\u00f6tig sind.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Was sich seit dem Umzug tats\u00e4chlich ver\u00e4ndert hat<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mieten in expat-nahen Stadtvierteln Bangkoks sind laut Marktdaten in den Jahren 2024 und 2025 um acht bis zw\u00f6lf Prozent gestiegen. Was fr\u00fcher f\u00fcr 20.000 Baht zu haben war, kostet inzwischen oft 22.000 Baht oder mehr. Wer damals mit einem fixen Budget kalkuliert hat, sp\u00fcrt das. Auch die Gark\u00fcche um die Ecke hat mitgezogen: Ein einfaches Nudelgericht, das fr\u00fcher 40 Baht kostete, liegt jetzt bei 50 bis 60 Baht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das klingt nach Kleinigkeiten. Addiert man es \u00fcber zw\u00f6lf Monate, wird daraus ein sp\u00fcrbarer Unterschied \u2013 besonders f\u00fcr die, die mit einer festen deutschen Rente wirtschaften und deren Betrag sich nicht ver\u00e4ndert hat, w\u00e4hrend der Wechselkurs und die Preise das schon haben.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die Steuerfrage: Was wirklich gilt, Stand April 2026<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wer sich mehr als 180 Tage im Jahr in Thailand aufh\u00e4lt, ist steuerlich ans\u00e4ssig \u2013 das war schon vor 2024 so. Was Por. 161 und 162 aus dem Jahr 2023 ge\u00e4ndert haben, ist die sogenannte \u201eParkregel&#8220;: Bis dahin gen\u00fcgte es, Auslandseinkommen erst im Folgejahr nach Thailand zu \u00fcberweisen, um es der Besteuerung zu entziehen. Diese Praxis ist seit Januar 2024 nicht mehr m\u00f6glich. F\u00fcr Rentner, die ihre Rente ohnehin monatlich \u00fcberwiesen haben, hat sich dadurch faktisch nichts ge\u00e4ndert \u2013 ihre Bez\u00fcge waren auch vorher schon steuerpflichtig.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nicht alle ins Land \u00fcberwiesenen Auslandseink\u00fcnfte sind automatisch deklarationspflichtig oder steuerpflichtig \u2013 es gibt Ausnahmen, etwa durch Doppelbesteuerungsabkommen oder bestimmte Visa-Kategorien wie das LTR-Visum. Wer monatlich 65.000 Baht \u00fcberweist und \u00fcber 65 Jahre alt ist, zahlt nach Anrechnung von Freibetr\u00e4gen \u2013 Alterspauschale 190.000 Baht, pers\u00f6nlicher Freibetrag 60.000 Baht, Werbungskosten 100.000 Baht \u2013 in vielen F\u00e4llen null Baht Steuer. Eink\u00fcnfte, die vor dem 1. Januar 2024 erzielt wurden, sind zudem steuerfrei \u2013 unabh\u00e4ngig davon, wann sie nach Thailand \u00fcberwiesen werden. Wer Ersparnisse aus der Zeit vor 2024 transferiert, sollte deren Herkunft dokumentieren k\u00f6nnen. Wer gr\u00f6\u00dfere Summen transferiert oder Kapitalertr\u00e4ge aus dem Ausland bezieht, sollte die Lage individuell pr\u00fcfen lassen. Pauschale Aussagen helfen hier nicht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein Entwurf des Revenue Department, der Auslandseink\u00fcnfte unter bestimmten Bedingungen wieder steuerfrei stellen w\u00fcrde, ist Stand April 2026 noch nicht im Royal Gazette ver\u00f6ffentlicht. Er gilt damit nicht als Recht. Wer Entscheidungen darauf aufbaut, tr\u00e4gt das Risiko selbst.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Das Doppelbesteuerungsabkommen und was es f\u00fcr Rentner bedeutet<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Deutschland, \u00d6sterreich und die Schweiz haben jeweils ein Doppelbesteuerungsabkommen mit Thailand abgeschlossen. F\u00fcr Bezieher einer gesetzlichen deutschen Rente liegt das Besteuerungsrecht laut Artikel 18 des DBA beim Wohnsitzstaat Thailand \u2013 Deutschland zieht keine Quellensteuer ein. Anders bei Beamtenpensionen: Diese bleiben nach Artikel 19 in Deutschland steuerpflichtig, fallen in Thailand also kaum ins Gewicht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr Rentner mit normalen Bez\u00fcgen ist die Steuerlage also weit weniger dramatisch, als manche Forendiskussionen vermuten lassen. Die meisten zahlen nach Freibetragsabzug wenig bis nichts. Was sich ver\u00e4ndert hat, ist der administrative Aufwand: Erkl\u00e4rung einreichen, Konten sauber trennen, Herkunftsnachweise f\u00fcr Ersparnisse vor 2024 aufbewahren. Das kostet Zeit, aber kein gro\u00dfes Geld \u2013 sofern man es richtig angeht. Eine <a href=\"https:\/\/fsconsultings.com\/?utm_source=wochenblitz&amp;utm_medium=banner\">Steuerberatung<\/a> mit Thailand-Erfahrung lohnt sich einmalig als Investition.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Was das Visum kostet \u2013 und was viele \u00fcbersehen<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Non-OA-Rentnervisum f\u00fcr Personen ab 50 Jahren verlangt entweder 800.000 Baht auf einem Thai-Konto oder ein monatliches Einkommen von mindestens 65.000 Baht. Dazu kommt eine Krankenversicherung mit einer Mindestdeckung von 3.000.000 Baht. Das ist seit Oktober 2021 Pflicht \u2013 und wird bei Verl\u00e4ngerungen konsequent gepr\u00fcft.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Was viele beim Einzug nicht einkalkuliert haben: Wer \u00fcber 60 ist, zahlt f\u00fcr eine <a href=\"https:\/\/www.globalinsurancethailand.com\/de\/quote\/health\/?utm_source=wochenblitz&amp;utm_medium=banner&amp;utm_campaign=article\">Krankenversicherung<\/a> mit dieser Deckung j\u00e4hrlich schnell zwischen 100.000 und 140.000 Baht \u2013 je nach Alter und Anbieter. Das sind 2.700 bis knapp 3.800 Euro pro Jahr, die im urspr\u00fcnglichen Budget vielleicht nicht standen. Wer erst mit 55 nach Thailand gezogen ist und inzwischen 68 ist, zahlt heute erheblich mehr als beim ersten Abschluss.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die ehrliche Budgetfrage: Was reicht wirklich?<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wer in Bangkok oder Phuket lebt, westlich isst, europ\u00e4ische Produkte kauft und gelegentlich reist, kommt mit 60.000 Baht im Monat (rund 1.600 Euro) knapp durch. Mit 80.000 Baht lebt man komfortabel. Wer unter 50.000 Baht plant, muss kompromissbereit sein \u2013 und sollte die Krankenversicherung nicht vergessen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Au\u00dferhalb der Touristenzentren sieht die Rechnung anders aus. Wer in Chiang Mai oder in der Provinz lebt, kommt mit 50.000 bis 60.000 Baht deutlich entspannter durch. Chiang Mai hat in den vergangenen Jahren zwar ebenfalls Preissteigerungen erlebt, liegt aber weiterhin sp\u00fcrbar unter Bangkok. Wer mit einer deutschen Durchschnittsrente plant, findet dort eher noch tragf\u00e4hige Verh\u00e4ltnisse.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Wer wirklich \u00fcber einen Wechsel nachdenkt<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Umfragen aus dem Jahr 2025 zeigen, dass mehr als 55 Prozent der befragten Expats ihre Langzeitpl\u00e4ne in Thailand \u00fcberdenken. Gleichzeitig gaben 85 Prozent an, ihr Einkommen reiche f\u00fcr einen als gut oder ausreichend bewerteten Lebensstil. Das klingt widerspr\u00fcchlich \u2013 ist es aber nicht. Man \u00fcberlegt, ohne schon zu handeln. Die Schwelle ist hoch, denn ein Umzug bedeutet wieder von vorn: neues Land, neue Sprache, neues Netzwerk.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wer dennoch konkret vergleicht, nennt vor allem Vietnam, Malaysia und Portugal. Vietnam bietet niedrigere Kosten, aber komplexere Visaregeln f\u00fcr Langzeitaufenthalte. Malaysia hat das Malaysia My Second Home-Programm (MM2H), das zuletzt strengere Anforderungen bekam. Portugal hat die Goldene Visa-Regelung f\u00fcr Immobilienk\u00e4ufe abgeschafft, lockt aber weiterhin mit dem D7-Visum f\u00fcr Rentner mit stabilen Auslandseink\u00fcnften. Keine dieser Optionen ist einfacher als Thailand \u2013 sie sind anders.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Was jetzt zu tun ist \u2013 ob man bleibt oder nicht<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wer bleibt, sollte drei Dinge in Ordnung bringen: erstens die steuerliche Lage kl\u00e4ren \u2013 Steuerpflicht pr\u00fcfen, Freibetr\u00e4ge berechnen, Steuererkl\u00e4rung einreichen wenn n\u00f6tig. Zweitens die Krankenversicherung auf die aktuelle Deckungspflicht pr\u00fcfen, besonders wenn der Vertrag \u00e4lter ist. Drittens die Kontodokumentation sauber halten \u2013 Ersparnisse vor 2024 getrennt von laufenden Eink\u00fcnften aufbewahren, Kontoausz\u00fcge aus der Herkunftszeit sichern.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wer ernsthaft \u00fcber einen Wegzug nachdenkt, sollte nicht aus dem Bauch entscheiden. Thailand hat Schw\u00e4chen bekommen, die fr\u00fcher nicht da waren \u2013 aber auch St\u00e4rken, die anderswo fehlen: das Gesundheitssystem in den St\u00e4dten ist gut und erschwinglich, die Infrastruktur funktioniert, die Lebensqualit\u00e4t bleibt hoch. Was sich ver\u00e4ndert hat, ist der Verwaltungsaufwand und die Kostenbasis. Das ist eine andere Qualit\u00e4t von Problem als ein kaputtes Land. Wer die <a href=\"https:\/\/test.wochenblitz.com\/category\/news\/chiang-mai\/\">Alternativen in Chiang Mai<\/a> oder anderen Regionen noch nicht verglichen hat, sollte das tun, bevor er die Koffer packt.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Redaktionelle Hinweise<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"has-white-color has-vivid-red-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph\">Dieser Artikel basiert auf dem Stand der Gesetze und verf\u00fcgbaren Informationen vom April 2026. Steuerrechtliche Angaben ersetzen keine individuelle Beratung durch eine in Thailand zugelassene Steuerfachkraft. Kostenangaben sind Richtwerte und k\u00f6nnen je nach Lage, Lebensstil und Anbieter stark abweichen.<br><br>Ein aufmerksamer Leser hat uns auf drei ungenaue Formulierungen im Abschnitt \u201eDie Steuerfrage&#8220; hingewiesen. Renteneink\u00fcnfte waren in Thailand auch vor 2024 steuerpflichtig \u2013 Por. 161\/2566 hat lediglich die informelle \u201eParkregel&#8220; beendet, nicht eine neue Steuerpflicht f\u00fcr Rentner eingef\u00fchrt. Nicht alle \u00fcberwiesenen Auslandseink\u00fcnfte sind deklarationspflichtig; DBA-gesch\u00fctzte Eink\u00fcnfte und bestimmte Visa-Kategorien bilden Ausnahmen. Eink\u00fcnfte, die vor dem 1. Januar 2024 erzielt wurden, sind zudem unabh\u00e4ngig vom \u00dcberweisungszeitpunkt steuerfrei. Wir haben den Artikel entsprechend angepasst und danken f\u00fcr die sachkundige Korrektur.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mieten gestiegen, Steuern neu geregelt, Krankenversicherung teurer: Viele Langzeitbewohner rechnen gerade nach. 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