{"id":139426,"date":"2026-04-05T09:30:00","date_gmt":"2026-04-05T02:30:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.wochenblitz.com\/?p=139426&#038;preview=true&#038;preview_id=139426"},"modified":"2026-04-14T09:26:11","modified_gmt":"2026-04-14T07:26:11","slug":"verlobungsring-dokumente-gefaelscht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/test.wochenblitz.com\/?p=139426","title":{"rendered":"Verlobungsring echt, Dokumente gef\u00e4lscht"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Der Moment der Wahrheit am Schalter 4<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es sollte der sch\u00f6nste Tag im Leben von Markus S. und seiner Verlobten Som werden. Die Morgensonne brannte bereits unbarmherzig auf den Asphalt vor dem Bezirksamt im Bangkoker Stadtteil Bang Rak. Dieser Bezirk, dessen Name \u00fcbersetzt &#8222;<strong>Dorf der Liebe<\/strong>&#8220; bedeutet, ist traditionell der beliebteste Ort f\u00fcr Eheschlie\u00dfungen in der thail\u00e4ndischen Metropole. Paare stehen hier oft schon vor Sonnenaufgang Schlange, um ihre Verbindung offiziell zu besiegeln. Markus, ein 48-j\u00e4hriger Ingenieur aus Stuttgart, hatte alles vorbereitet. Sein wei\u00dfes Leinenhemd klebte leicht am R\u00fccken, was er der tropischen Hitze und der Nervosit\u00e4t zuschrieb.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Neben ihm stand Som, 32 Jahre alt, in einem eleganten, cremefarbenen Seidenkleid. Sie hielt seine Hand so fest, dass ihre Kn\u00f6chel wei\u00df hervortraten. In ihrer anderen Hand umklammerte sie eine Klarsichtmappe mit den gesammelten Werken der letzten Monate: Konsularbescheinigungen, \u00dcbersetzungen, Beglaubigungen. Ein b\u00fcrokratischer Marathon, der hunderte Euro und unz\u00e4hlige Nerven gekostet hatte. Als ihre Wartenummer auf der digitalen Anzeige aufleuchtete, atmete Markus tief durch. Er l\u00e4chelte Som aufmunternd zu. Er konnte nicht ahnen, dass dieses L\u00e4cheln nur wenige Minuten sp\u00e4ter aus seinem Gesicht weichen w\u00fcrde.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Die Routine des Standesbeamten<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Beamte hinter dem Schalter, ein Mann mittleren Alters mit strenger Brille und makelloser Uniform, nahm die Mappe entgegen. In Thailand genie\u00dfen Staatsbedienstete, insbesondere in administrativen Funktionen, hohen Respekt. Ihre Entscheidungen sind bindend, ihr Urteil oft endg\u00fcltig. Er bl\u00e4tterte die Dokumente mit einer routinierten Gelassenheit durch, die Markus fast wahnsinnig machte. Das Stempeln und Unterschreiben ist in Thailand ein fast ritueller Vorgang. Jede Seite muss gepr\u00fcft, jede Unterschrift verifiziert werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Markus hatte sich im Vorfeld genau informiert. Er wusste, dass die deutschen Beh\u00f6rden gr\u00fcndlich sind, aber er hatte gelernt, dass die thail\u00e4ndische B\u00fcrokratie ihr in nichts nachsteht. Besonders im Jahr 2025, wo viele Prozesse digital abgeglichen werden, gibt es kaum noch Spielraum f\u00fcr Fehler. Der Beamte scannte den QR-Code auf der Konsularbescheinigung der Deutschen Botschaft. Das System gab gr\u00fcnes Licht. Markus entspannte sich ein wenig. Doch dann griff der Beamte nach dem Scheidungsurteil von Soms vorheriger Ehe.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Das Z\u00f6gern, das alles ver\u00e4nderte<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Pl\u00f6tzlich stoppte die flie\u00dfende Bewegung des Beamten. Er hielt das Papier gegen das Licht, rieb mit dem Daumen \u00fcber das Siegel des angeblichen Gerichts aus der Provinz Udon Thani. Er tippte etwas in seine Tastatur, wartete, und tippte erneut. Die Stille im Raum schien sich auszudehnen. Som wurde neben Markus unruhig. Sie fl\u00fcsterte etwas auf Thai, das Markus nicht verstand, aber der Tonfall war alarmierend. Der Beamte sah nicht auf. Er griff zum Telefonh\u00f6rer.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In diesem Moment kippte die Stimmung von feierlicher Vorfreude in nackte Angst. Wenn in einem thail\u00e4ndischen Amt ein Vorgesetzter gerufen wird, bedeutet das selten etwas Gutes. Markus fragte auf Englisch, ob es ein Problem g\u00e4be. Der Beamte antwortete nicht sofort. Er legte den H\u00f6rer auf, sah Markus direkt in die Augen und sagte dann einen Satz, der wie ein Hammer traf: &#8222;<strong>Dieses Dokument ist nicht im System registriert<\/strong>.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">B\u00fcrokratische H\u00fcrden im Jahr 2026<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Um zu verstehen, was in diesem Moment geschah, muss man die Komplexit\u00e4t einer deutsch-thail\u00e4ndischen Eheschlie\u00dfung betrachten. Es ist weit mehr als nur ein romantischer Akt. Es ist eine Verschmelzung zweier Rechtssysteme. Im Jahr 2026 haben sich die Anforderungen noch einmal versch\u00e4rft. Die Zeiten, in denen man mit ein paar Scheinen unter dem Tisch Prozesse beschleunigen konnte, sind in den zentralen Bezirken Bangkoks weitgehend vorbei.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das thail\u00e4ndische Innenministerium hat in den letzten Jahren massive Anstrengungen unternommen, um das Personenstandswesen zu digitalisieren. Die Datenbanken der verschiedenen Provinzen sind nun vernetzt. Ein Scheidungsurteil, das im l\u00e4ndlichen Isaan ausgesprochen wurde, muss in Echtzeit in Bangkok abrufbar sein. Diese Modernisierung dient der Betrugspr\u00e4vention, wird aber f\u00fcr Paare, die es mit der Wahrheit nicht ganz genau nehmen, zur Falle.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Der lange Weg zur Legalisation<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr Markus begann der Prozess Monate zuvor in Deutschland. Er musste ein Ehef\u00e4higkeitszeugnis beantragen. Daf\u00fcr ben\u00f6tigte er bereits Dokumente von Som. Diese mussten \u00fcbersetzt und von der Deutschen Botschaft in Bangkok legalisiert werden. Jeder Schritt kostete Geld. Allein die \u00dcbersetzungen und Beglaubigungen summierten sich schnell auf \u00fcber 20.000 Thai Baht, was nach aktuellem Kurs etwa 548 Euro entspricht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Danach musste Markus mit seinem Ehef\u00e4higkeitszeugnis zur Deutschen Botschaft in Bangkok, um die Konsularbescheinigung zu erhalten. Dieses Papier wiederum musste ins Thail\u00e4ndische \u00fcbersetzt und vom thail\u00e4ndischen Au\u00dfenministerium in der Chaeng Watthana Road \u00fcberbeglaubigt werden. Erst mit diesem Stapel Papier darf man vor den Standesbeamten treten. Markus hatte all das korrekt erledigt. Der Fehler lag nicht bei ihm. Der Fehler lag in dem Papier, das Som beigesteuert hatte.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Die Rolle der Agenturen<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Viele Paare, die von der Komplexit\u00e4t der B\u00fcrokratie abgeschreckt sind, wenden sich an Agenturen. In den touristischen Zentren und in Bangkok wimmelt es von B\u00fcros, die &#8222;<strong>Visa-Service&#8220; und &#8222;Heiratshilfe<\/strong>&#8220; anbieten. Manche arbeiten seri\u00f6s, andere operieren in einer Grauzone. Sie versprechen, Wartezeiten zu verk\u00fcrzen oder fehlende Unterlagen zu &#8222;beschaffen&#8220;.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr einen Laien ist kaum zu unterscheiden, ob ein Dokument echt ist oder eine hochwertige F\u00e4lschung. Die Preise f\u00fcr solche Dienstleistungen sind hoch. Ein Komplettpaket f\u00fcr eine Eheschlie\u00dfung kann leicht 50.000 bis 100.000 Thai Baht kosten, also zwischen 1.370 und 2.740 Euro. Markus hatte auf eine Agentur verzichtet, um Geld zu sparen und die Kontrolle zu behalten. Er vertraute darauf, dass Som ihre eigenen Papiere ordnungsgem\u00e4\u00df besorgt hatte.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Der Verdacht der Urkundenf\u00e4lschung<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zur\u00fcck im Standesamt Bang Rak. Der Vorgesetzte des Beamten erschien. Er trug noch mehr Abzeichen auf der Schulter. Das Scheidungsurteil wurde nun mit einer Lupe begutachtet. In Thailand ist Urkundenf\u00e4lschung kein Kavaliersdelikt. Das Strafgesetzbuch sieht hierf\u00fcr empfindliche Strafen vor. Besonders streng wird geurteilt, wenn es sich um amtliche Dokumente handelt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Artikel 265 des thail\u00e4ndischen Strafgesetzbuches befasst sich speziell mit der F\u00e4lschung amtlicher Dokumente. Die Strafandrohung reicht von sechs Monaten bis zu f\u00fcnf Jahren Gef\u00e4ngnis sowie Geldstrafen. F\u00fcr Ausl\u00e4nder kann eine Verwicklung in solche Delikte zudem die sofortige Ausweisung und ein Wiedereinreiseverbot, das sogenannte &#8222;Blacklisting&#8220;, bedeuten. Markus wurde blass, als ihm die Tragweite der Situation bewusst wurde. Er war nicht nur ein Br\u00e4utigam, dessen Hochzeit platzte; er war pl\u00f6tzlich Teil einer kriminalpolizeilichen Untersuchung.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Kulturelle Hintergr\u00fcnde und Gesichtsverlust<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Warum w\u00fcrde Som so ein Risiko eingehen? In der thail\u00e4ndischen Kultur spielt der Begriff des Gesichtsverlusts eine zentrale Rolle. Ein Problem offen anzusprechen, gilt oft als unh\u00f6flich oder besch\u00e4mend. Wenn es Schwierigkeiten gibt, eine echte Scheidung zu erwirken \u2013 etwa weil der Ex-Partner unauffindbar ist oder Geld fordert \u2013, suchen manche Thais nach &#8222;<strong>alternativen Wegen<\/strong>&#8222;, um den neuen Partner nicht zu entt\u00e4uschen oder den geplanten Hochzeitstermin nicht zu gef\u00e4hrden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Druck auf Som war immens. Die Familie im Dorf erwartete die Hochzeit. Vielleicht war auch schon der Brautpreis, der sogenannte Sin Sod, ausgehandelt. Dieser kann je nach Status der Braut zwischen 100.000 und einer Million Thai Baht liegen, also etwa 2.740 bis 27.400 Euro. Ein Scheitern der Hochzeit w\u00e4re eine soziale Katastrophe f\u00fcr sie und ihre Familie gewesen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Die Falle der &#8222;schnellen L\u00f6sung&#8220;<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es stellte sich heraus, dass Som tats\u00e4chlich Schwierigkeiten hatte, ihre Scheidungspapiere im Original zu beschaffen. Ihr Ex-Mann lebte in einer anderen Provinz und verweigerte die Kooperation. Anstatt Markus die Wahrheit zu sagen und die Hochzeit zu verschieben, hatte sie sich wohl an einen &#8222;<strong>Dienstleister<\/strong>&#8220; im Internet gewandt, der ihr versprach, eine offizielle Kopie des Urteils zu besorgen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dieser Dienstleister war jedoch kein Anwalt, sondern ein Betr\u00fcger. Er hatte ein altes Dokument digital bearbeitet und auf hochwertigem Papier ausgedruckt. F\u00fcr das ungeschulte Auge sah es perfekt aus. Doch f\u00fcr das vernetzte System des Jahres 2025 und den erfahrenen Blick des Standesbeamten war es ein wertloses St\u00fcck Papier. Som hatte daf\u00fcr 15.000 Thai Baht (ca. 410 Euro) bezahlt \u2013 Geld, das sie sich von einer Tante geliehen hatte.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Rechtliche Konsequenzen f\u00fcr den Ausl\u00e4nder<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>F\u00fcr Markus stellte sich die bange Frage:<\/strong> Bin ich mitschuldig? Nach thail\u00e4ndischem Recht kann auch die Nutzung eines gef\u00e4lschten Dokuments strafbar sein, wenn man von der F\u00e4lschung wusste oder sie h\u00e4tte erkennen m\u00fcssen. Die Beweislast ist oft kompliziert. In der aufgeheizten Atmosph\u00e4re des Amtes versuchte Markus, ruhig zu bleiben und zu erkl\u00e4ren, dass er von der Echtheit ausgegangen war.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Beamten trennten das Paar zun\u00e4chst r\u00e4umlich. Markus wurde in einen separaten Raum gebeten. Dies ist eine Standardprozedur, um Absprachen zu verhindern. Er musste seinen Reisepass vorlegen und Fragen zu seiner Beziehung beantworten. Wie lange kennen sie sich? Haben sie schon zusammengelebt? Wusste er von dem Ex-Mann? Markus antwortete wahrheitsgem\u00e4\u00df, doch die Angst sa\u00df tief.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Die Realit\u00e4t der thail\u00e4ndischen Gesetze<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Viele Europ\u00e4er untersch\u00e4tzen die Strenge der thail\u00e4ndischen Justiz. W\u00e4hrend man in Deutschland vielleicht mit einer Verwarnung davonkommt, wenn man glaubhaft Unwissenheit versichert, greift der thail\u00e4ndische Staat h\u00e4rter durch, um die Integrit\u00e4t seiner Dokumente zu sch\u00fctzen. Insbesondere im Kampf gegen Menschenhandel und illegale Migration sind die Kontrollen in den letzten Jahren massiv versch\u00e4rft worden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein gef\u00e4lschtes Scheidungsurteil ist nicht nur ein Formfehler. Es ist der Versuch der Bigamie, was die neue Ehe von Anfang an nichtig machen w\u00fcrde. H\u00e4tte der Beamte den Fehler nicht bemerkt, w\u00e4re Markus zwar zeremoniell verheiratet gewesen, aber rechtlich gesehen ledig \u2013 mit allen Konsequenzen f\u00fcr Visum, Erbrecht und gemeinsamen Besitz.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Finanzielle Auswirkungen<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Neben dem emotionalen Schock war auch der finanzielle Schaden betr\u00e4chtlich. Die Fl\u00fcge der Familie, die Hotelbuchungen f\u00fcr die Flitterwochen auf Koh Samui, das geplante Festessen in einem Hotel am Chao Phraya Fluss \u2013 alles war bezahlt und nicht stornierbar. Wir sprechen hier von einem Verlust von mehreren tausend Euro. Doch Geld war in diesem Moment Markus&#8216; geringste Sorge.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es ging um Soms Freiheit. Die Beamten diskutierten lautstark auf Thai. Das Wort &#8222;<strong>Tamruat<\/strong>&#8220; (Polizei) fiel. Markus wusste, dass thail\u00e4ndische Gef\u00e4ngnisse ber\u00fcchtigt f\u00fcr ihre harten Bedingungen sind. Die Vorstellung, dass seine Verlobte dort landen k\u00f6nnte, nur weil sie einen Fehler aus Verzweiflung begangen hatte, war unertr\u00e4glich.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Der schmale Grat zwischen Opfer und T\u00e4ter<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In solchen F\u00e4llen liegt es oft im Ermessen der Beh\u00f6rden, ob sie sofort Anzeige erstatten oder es bei einer Verwarnung und der Ablehnung des Antrags belassen. Es kommt darauf an, ob eine kriminelle Absicht zur T\u00e4uschung des Amtes nachgewiesen wird oder ob man Som als Opfer eines Betr\u00fcgers ansieht. Die Tatsache, dass sie f\u00fcr das Dokument bezahlt hatte und Quittungen auf dem Handy vorzeigen konnte, sprach eher daf\u00fcr, dass sie selbst betrogen wurde.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Digitalisierung, die den Betrug aufdeckte, konnte nun auch zur Rettung werden. Durch den Chatverlauf mit dem omin\u00f6sen Dienstleister konnte Som belegen, dass ihr die Echtheit garantiert worden war. Sie war naiv gewesen, aber vielleicht nicht kriminell im Sinne einer b\u00f6swilligen F\u00e4lscherin.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Analyse der Beziehung<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine solche Situation ist eine Zerrei\u00dfprobe f\u00fcr jede Beziehung. Markus musste sich fragen, wie viel Vertrauen noch \u00fcbrig war. Som hatte ihn angelogen, wenn auch vielleicht aus &#8222;<strong>guter Absicht<\/strong>&#8222;, um die Hochzeit zu retten. Doch eine Ehe, die mit einer L\u00fcge beginnt, steht unter keinem guten Stern. Kulturelle Missverst\u00e4ndnisse \u00fcber die Wichtigkeit korrekter Papiere prallten hier auf deutsche Gr\u00fcndlichkeit.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In Deutschland ist ein Dokument heilig. In Thailand ist es oft Mittel zum Zweck, und wenn der offizielle Weg versperrt ist, suchen viele Menschen pragmatische Umwege. Dieser kulturelle Graben tat sich nun mitten im Standesamt auf. Markus musste entscheiden, ob er Som beisteht oder sich distanziert, um sich selbst zu sch\u00fctzen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Wie geht es weiter?<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Fall zeigt deutlich, dass die Romantik in Thailand oft hart auf dem Boden der b\u00fcrokratischen Tatsachen landet.<strong> F\u00fcr Paare, die eine Heirat planen, ist dies eine Warnung:<\/strong> Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. Jedes Dokument sollte doppelt gepr\u00fcft werden. Der direkte Gang zu den Beh\u00f6rden ist immer sicherer als der Weg \u00fcber dubiose Mittelsm\u00e4nner.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die thail\u00e4ndischen Beh\u00f6rden werden ihre digitalen Systeme weiter ausbauen. In Zukunft k\u00f6nnten biometrische Daten die Papierdokumente komplett ersetzen, was F\u00e4lschungen fast unm\u00f6glich macht. Bis dahin bleibt die Gefahr bestehen, an gef\u00e4lschte Papiere zu geraten.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Aufl\u00f6sung des Dramas<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Was geschah nun wirklich am Ende dieses langen Vormittags im District Office Bang Rak? Nachdem Som unter Tr\u00e4nen zusammengebrochen war und den Chatverlauf mit dem F\u00e4lscher offenlegte, zeigte der Vorgesetzte des Standesamtes ein Einsehen \u2013 eine typisch thail\u00e4ndische L\u00f6sung, bei der Menschlichkeit vor Paragraphenreiterei geht, solange niemand sein Gesicht verliert.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es stellte sich heraus, dass Som tats\u00e4chlich geschieden war. Die Scheidung war im System vermerkt, aber das <em>Papier<\/em>, das sie vorlegte, war eine F\u00e4lschung, weil sie das Original verloren hatte und die lange Reise in ihre Heimatprovinz scheute. Der F\u00e4lscher hatte ihr f\u00fcr viel Geld eine wertlose Kopie verkauft.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Da die Scheidung faktisch existierte (was der Beamte im Computer sehen konnte), lag kein Versuch der Bigamie vor. Der Straftatbestand der Urkundenf\u00e4lschung blieb zwar bestehen, doch der Beamte entschied sich gegen eine sofortige Verhaftung. Er beschlagnahmte das gef\u00e4lschte Dokument und schickte das Paar weg.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Hochzeit fand an diesem Tag nicht statt. Markus und Som mussten das Geb\u00e4ude unverrichteter Dinge verlassen. <strong>Sie mussten nun den korrekten Weg gehen:<\/strong> Som musste in ihre Heimatprovinz reisen, eine offizielle Ersatzurkunde beantragen und diese erneut vom Au\u00dfenministerium beglaubigen lassen. Die Hochzeit wurde um drei Wochen verschoben. Der finanzielle Schaden war gro\u00df, der emotionale noch gr\u00f6\u00dfer \u2013 aber sie waren frei. <strong>Der Schock am Standesamt war ein teurer Warnschuss, der zeigte, dass es f\u00fcr die Liebe in Thailand keine Abk\u00fcrzungen gibt.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Anmerkung der Redaktion:<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"has-white-color has-vivid-red-background-color has-text-color has-background has-link-color wp-elements-e08f710636a9fc3b8461e2ecee705157 wp-block-paragraph\">Dieser Artikel basiert auf realen b\u00fcrokratischen Gegebenheiten und Gesetzen in Thailand (Stand 2025). Namen und pers\u00f6nliche Details der Protagonisten sind fiktiv und dienen der Veranschaulichung typischer Fallstricke bei internationalen Eheschlie\u00dfungen. Wechselkurse wurden mit einem exemplarischen Kurs von 1 Euro = 36,50 THB berechnet und k\u00f6nnen schwanken.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Deutscher will in Bangkok seine thail\u00e4ndische Verlobte heiraten. Alles scheint perfekt, bis der Beamte die Dokumente pr\u00fcft. War alles nur eine L\u00fcge?<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":120319,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ai_generated_summary":"","wpai_meta_description":"","footnotes":""},"categories":[43],"tags":[34,35],"class_list":["post-139426","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-skurriles-kurioses","tag-newsletter-1","tag-newsletter-2"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/test.wochenblitz.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/139426","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/test.wochenblitz.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/test.wochenblitz.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/test.wochenblitz.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/test.wochenblitz.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=139426"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/test.wochenblitz.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/139426\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/test.wochenblitz.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/120319"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/test.wochenblitz.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=139426"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/test.wochenblitz.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=139426"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/test.wochenblitz.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=139426"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}