Bangkok: Lokführer ignoriert rote Warnflagge

Tödliches Zugunglück in Bangkok: Ein Schrankenwärter schwenkte verzweifelt die rote Flagge, doch der Zug raste ungebremst weiter. War der Funkkontakt zum Lokführer unterbrochen? Die schockierenden Videoaufnahmen werfen Fragen auf.

Nahe der Airport Rail Link Makkasan Bahnstation – Ein Zug prallte am 16. Mai gegen einen Bus; acht Menschen starben am Unfallort und zahlreiche weitere wurden verletzt. Ein am 17. Mai veröffentlichter CCTV-Clip zeigt, wie ein Bahnübergangsmitarbeiter kurz vor dem Zusammenstoß eine rote Flagge hob und etwa eine Minute hielt, bevor der Zug den Bereich passierte. Die Aufnahmen nennen auch Abläufe zum Funkkontakt zwischen Mitarbeiter und Zugführer.

Zug trifft Bus – Todesopfer und Verletzte

Ein Zug kollidierte am 16. Mai gegen 15:30 Uhr mit einem Bus in der Nähe der Airport Rail Link Makkasan Bahnstation. Acht Personen starben am Unfallort, viele weitere wurden verletzt.

Rettungskräfte versorgten die Verletzten vor Ort; nähere Angaben zu Anzahl und Schwere der Verletzungen liegen nicht vor.

CCTV-Clip dokumentiert Flaggenzeichen

Ein veröffentlichter Überwachungsvideoclip zeigt, wie ein Bahnübergangsmitarbeiter kurz vor dem Zusammenstoß eine rote Flagge hob und diese etwa eine Minute lang hielt. Danach senkte er die Flagge wieder.

Aus den Aufnahmen geht außerdem hervor, dass der Mitarbeiter dem herannahenden Zug nach dem Senken der Flagge den Rücken zukehrte und nach dem Unfall schockiert wirkte.

Bedeutung der roten Flagge und Funkkontakt

Die rote Flagge signalisiert laut Angaben Gefahr durch Fahrzeuge auf den Gleisen. Üblicherweise wird das Flaggenheben nach Funkkontakt zwischen Bahnübergangsmitarbeiter und Zugführer vorgenommen.

Es wird vermutet, dass in diesem Fall kein Kontakt zum Zugführer hergestellt werden konnte; dazu gibt es jedoch keine abschließende Bestätigung.

Veröffentlichung des Videos und aktueller Stand

Der CCTV-Clip wurde am 17. Mai um 13:00 Uhr veröffentlicht und zeigt die Abläufe unmittelbar vor dem Crash. Als beteiligte Institution ist das Airport Rail Link genannt.

Stand der Berichte: Acht Menschen starben am Unfallort, mehrere weitere wurden verletzt.

0 Kommentare

    1. Aber Peter, tragische Unfälle, die auf menschliches Versagen zurückzuführen sind, gibt es leider auf der ganzen Welt und das hat gar nichts mit thailändischer Gelassenheit zu tun.
      Mein Mitgefühl gehört den Angehörigen. Bei deinen Kommentaren kann man nur sagen, mai pen rai.

      1. Hansruedi Bütler

        Auf das, was Tom anspielt, hat genau mit diese Gelassenheit zu tun. Diese teilweise zur Schau gestellte Oberflächlichkeit ist nicht nur auf der Straße zu finden, sondern findet sich in allen Lebenslagen wieder. Öfters zu sehen bei Unfällen jeglicher Art. Ob im „elektrischen“, mechanischen, Umgang mit Pestiziden, starken Giften wie Zyankali, Phosphin udgl. Leider ist es der Mentalität geschuldet, dass daraus praktisch NIE eine Lehre, sondern nur eine „Leere“ übrig bleibt.

  1. Das mit den Flaggen halte ich für veraltet. Wenn da ein Mitarbeiter am Gleis mit einer Flagge steht, sieht der Lokführer es wahrscheinlich zu spät oder gar nicht.
    Wie war der Hintergrund, wie die Umgebung, wo hat der Mitarbeiter gestanden, wie hat er die Flagge gehalten?
    Es gibt viel Umstände, die für den Lokführer sprechen könnten.
    Ich kenne aber die Umstände nicht und auch nicht die Örtlichkeit.
    Die Videos zeigen das Geschehen nur aus der Straßenperspetive, nicht aus der Sicht des Lokführers.
    „Aus den Aufnahmen geht außerdem hervor, dass der Mitarbeiter dem herannahenden Zug nach dem Senken der Flagge den Rücken zukehrte und nach dem Unfall schockiert wirkte.“ Warum hat er die Flagge nicht bis zur Vorbeifahrt gehoben? Merkwürdig!
    Ich spreche hier aus meinen 30 Jahren Erfahrungen als Lokführer in Deutschland

  2. An dieser Stelle auf dem Foto bin ich schon oft rüber gelaufen und wenn Züge kamen, sind die so langsam gefahren. Von rasen kann nicht die Rede sein.

  3. Christian

    Ich würde mal vorschlagen, nicht weiter zu spekulieren. Ob man wirklich einen qualifizierten Unfallbericht zu lesen bekommt, wird die Zeit zeigen. Meine Erfahrung ist, das nach Unfällen mit Schienenfahrzeugen, die „Experten“ wie Pilze aus dem Boden wachsen.
    Also alle „Experten“ die Luft anhalten und die Untersuchungsbehörden
    ihre Arbeit machen lassen.

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