Viele Expats in Thailand werden am Bankschalter derzeit genauer befragt. Bei Kontoeröffnung, Datenabgleich oder Sparbuch-Update verlangen Banken häufiger Angaben zur steuerlichen Ansässigkeit, zur Steuernummer und zu möglichen Steuerpflichten im Ausland.
Der Grund liegt nicht in einer neuen Banksteuer. Thailand setzt den Common Reporting Standard um. Zugleich gelten seit 2024 strengere Regeln für ausländische Einkünfte, die steuerlich ansässige Personen nach Thailand überweisen.
Warum Banken jetzt Steuerdaten abfragen
Der Common Reporting Standard, kurz CRS, ist ein internationales Meldesystem für Finanzkonten. Banken müssen prüfen, in welchem Land ein Kunde steuerlich ansässig ist. Dafür verlangen sie eine Selbstauskunft, oft mit Steueridentifikationsnummer.
Für Kunden wirkt die Abfrage oft plötzlich. In der Praxis erscheint sie aber meist bei einem konkreten Anlass. Das kann eine Kontoeröffnung sein, eine Adressänderung, eine Aktualisierung der Kundendaten oder ein routinemäßiger Besuch in der Filiale.
Was CRS für Kontoinhaber bedeutet
CRS betrifft nicht jede Kartenzahlung im Alltag. Gemeldet werden können Finanzkonten, Kontostände, Zinsen, Dividenden und bestimmte Erlöse. Dazu kommen Identitätsdaten des Kontoinhabers und Angaben zur steuerlichen Ansässigkeit.
Ein Wochenblitz-Beitrag über Kontobewegungen und Bankmeldungen in Thailand behandelt diese Praxis bereits. Entscheidend bleibt: Die Bank berechnet keine Einkommensteuer. Sie sammelt Daten für ein Meldesystem.
Die 180-Tage-Grenze bleibt entscheidend
Steuerlich wichtig ist die Aufenthaltsdauer. Wer sich in einem Steuerjahr mehr als 180 Tage in Thailand aufhält, gilt nach Angaben des Revenue Department als steuerlich ansässig. Der Visumstyp ist dafür nicht der zentrale Punkt.
Für Kurzzeiturlauber ändert sich dadurch meist wenig. Wer aber als Rentner vor Ort, Auswanderer oder Dauerbewohner in Thailand lebt, sollte seine Aufenthaltstage sauber zählen. Der Jahreswechsel setzt die Zählung nicht rückwirkend zurück.
Auslandsgeld ist nicht immer Einkommen
Eine Überweisung nach Thailand ist zunächst nur ein Geldtransfer. Steuerlich zählt, ob dahinter Einkommen steht. Mieten, Dividenden, Zinsen, Honorare oder Geschäftsgewinne können anders behandelt werden als ältere Ersparnisse.
Das Revenue Department nennt einen wichtigen Schnitt: Ausländische Einkünfte, die vor dem 1. Januar 2024 erzielt wurden, sind bei späterer Überweisung nach Thailand nach dem veröffentlichten Hinweis nicht betroffen. Belege bleiben trotzdem wichtig.
Welche Nachweise jetzt wichtig werden
Wer Geld nach Thailand bringt, sollte die Herkunft erklären können. Kontoauszüge, Rentenbescheide, Steuerbescheide, Verkaufsverträge und Nachweise über bereits versteuertes Vermögen helfen bei späteren Rückfragen.
Bei größeren Transfers ist Planung sinnvoll. Das gilt besonders für Expats, die parallel Visa, Mietverträge, Versicherungen und Lebenshaltungskosten organisieren. Eine fachliche Prüfung bei Visa- und Behördenfragen kann dabei Zeit sparen.
DBA schützt nur mit richtigen Unterlagen
Doppelbesteuerungsabkommen sollen verhindern, dass dasselbe Einkommen doppelt belastet wird. Das bedeutet aber nicht, dass jede Rente oder jede Zahlung automatisch steuerfrei bleibt. Die Wirkung hängt von Herkunftsland und Einkommensart ab.
Das Revenue Department weist darauf hin, dass ausländische Steuerzahlungen unter einem DBA angerechnet werden können, wenn die Voraussetzungen erfüllt sind. Dafür können Nachweise in Englisch oder Thai verlangt werden.
Interne Bankroutine statt neuer Sondersteuer
Viele Missverständnisse entstehen, weil Filialmitarbeiter die Formulare nicht immer gleich erklären. Manche Kunden werden nach einer alten Steuernummer gefragt, obwohl sie im Herkunftsland abgemeldet sind. Andere sollen Felder ausfüllen, die nicht passen.
Weitere Wochenblitz-Artikel wie CRS und durchsichtige Finanzen sowie das Steuer-Rätsel für Ausländer in Thailand zeigen, wie stark das Thema Expats beschäftigt. Entscheidend sind aber nicht Gerüchte, sondern korrekte Daten.
Bei konkreten Fällen sollten Betroffene das Revenue Department, ihr Heimatfinanzamt oder qualifizierte Berater kontaktieren. Das gilt besonders bei Renten, Mieteinnahmen, Dividenden, Unternehmensgewinnen oder größeren Überweisungen nach Thailand.
So gehen Expats beim Banktermin vor
Vor dem Termin sollten Pass, aktuelle Adresse, Steueridentifikationsnummer und Angaben zur steuerlichen Ansässigkeit bereitliegen. Wer im Herkunftsland nicht mehr steuerlich erfasst ist, sollte auch dafür einen Nachweis mitnehmen.
Am Schalter gilt: keine Schätzungen eintragen, keine falsche Steueransässigkeit nennen und bei Unklarheiten nach einer schriftlichen Erklärung fragen. Wer seine Geldquellen sauber dokumentiert, hat durch CRS meist mehr Papierarbeit, aber keinen Grund zur Panik. Für längere Aufenthalte gehört auch eine passende Krankenversicherung in Thailand zur nüchternen Planung.
Redaktionelle Hinweise
Redaktionelle Hinweise: Dieser Beitrag ist eine journalistische Information zum Stand 12. Mai 2026. Er ist keine Steuer-, Rechts- oder Finanzberatung. Steuerpflichten hängen von Aufenthaltstagen, Einkommensart, Herkunftsland, DBA-Regeln und Nachweisen ab.

Es in fast allen Ländern üblich, dass nach der Steuernummer/Steuerland/ Wohnsitz gefragt wird. Entsprechende Nachweise müssen vorgelegt werden.
Bei mir kam dieses Formular per e-Mail. Darin ist genau, sogar in roter Schrift, erklärt, was man anzukreuzen hat, wenn man keine TIN besitzt. Begründung: income exempted to taxation – Einkommen steuerfrei. Fertig. Das würde ich jedem empfehlen, auch wenn er eine TIN haben sollte, um der Schnüffelei etwas aus dem Wege zu gehen. Ich hatte auch schon die Anfrage von meiner deutschen Bank nach einer thailändischen Steuernummer. Antwort: keine Steuer – keine Steuernummer. Das wird dann so als „Vergeblichkeitsmeldung“ an das Bundeszentralamt für Steuern gemeldet.
You dreamer you. Die nächsten auf der Liste der thailändischen Regierung sind wohl die ausländischen Steuerhinterzieher.
Ob dein Einkommen steuerfrei ist oder nicht, entscheidet einzig und alleine die Steuerbehörde und nicht du.
Steuerbetrug wird mit Bussen oder sogar mit Gefängnis bestraft, viel Spaß.
Da ist aber einer böse drauf! Und nur nebenbei, ob einer Steuerbetrug begangen haben könnte, entscheidet keine „Steuerbehörde“ sondern Gerichte. So viel Juristerei muss schon mal sein. Aber das mag der eine oder andere Obrigkeitshörige schon mal leicht durcheinanderbringen.
Woher erhalten die Gerichte die Informationen über Steuerbetrug?
Ein Gericht muss erst einmal feststellen ob überhaupt ein Steuerbetrug vorliegt. Verstanden? Wenn eine Behörde irgendwas behauptet muss das nicht unbedingt immer richtig sein. Schon mal was davon gehört?
Ein Gericht kommt erst ins Spiel wenn ein Steuerbetrug mit z.B gefälschten Dokumenten etc. vorliegt. Verstanden?
Eine einfache Steuerhinterziehung wird durch das Finanzamt ohne Gericht geandet.
Habe ich etwas vom Gericht geschrieben? Ich habe nur geschrieben, dass die Steuerbehörde entscheidet was Steuerfrei ist oder nicht.
Wer sich an die Gesetze hält, ist deiner Meinung nach also Obrigkeitshörig.
Ich nehme mal an du warst in deiner Heimat auch Obrigkeitshörig und hast deine Steuern bezahlt . Warum in Thailand nicht?
Oh Mann, eine Behörde und auch eine Steuerbehörde entscheidet eben nicht, sondern letztendlich ein Gericht. Und dass Du mit dem Begriff „Obrigkeitshörig“ nichts anzufangen weißt, spricht ja schon für sich.
Ja “jimmmy”, es wird für Langzeit-Farangs in Thailand ohne TIN langsam eng… 🇩🇪💶➡️🇹🇭😉
Bin bislang weder in Deutschland, noch Thailand jemals nach einer Steuernummer vom jeweils anderen Land gefragt worden. Bei Kontoeröffnungen in Thailand (ist schon ein paar Jährchen her) wurde ich nach einer thailändischen Steuernummer gefragt, habe das wahrheitsgemäß mit -no have- beantwortet und das war es auch schon.
Na dann wird’s ja langsam Zeit, Oskar! Learning by doing! Oder vielleicht doch besser umsiedeln nach Vietnam oder auf die Philippinen… 🇻🇳🇵🇭😉
Für meine Restlaufzeit reicht’s noch.
Dann in den rechten Himmel, dass Sie politisch nicht mehr falsch abbiegen.
Meine Bank hatte mich bezüglich der steuerlichen Ansässigkeit kontaktiert. Das war meine ich Ende 2024. Da ich nicht in Thailand war, hatte ich dazu noch eine Rückfrage, das PDF Formular habe ich am PC ausgefüllt und zurück gemailt. Ansonsten, das thai Konto ist im Prinzip auch dem deutschen Finanzamt bekannt. Doch bei den normalen Zinsen auf dem saving book, da läuft auf dem Tagesgeld in Deutschland das 8x auf… Die paar Euro machen den Kohl nicht fett.