Thailand beendet 60-Tage-Visum: Nur noch Qualitätstouristen

Thailand kippt 60-Tage-Visumfreiheit! Staat will „low-quality“-Touristen stoppen – Doch was wird aus dem Urlauberansturm?

Thailand beendet 60-Tage-Visum: Nur noch Qualitätstouristen
Foto: Bangkok Post

BANGKOK, THAILAND – Die thailändische Regierung plant die Aufhebung der 60‑Tage‑Visafreiheit, um den Tourismus grundlegend zu verändern. Experten sehen darin eine Chance, gezielt wohlhabende Urlauber anzusprechen und Kriminalität im Land wirksam zu bekämpfen.

Ende der großzügigen Visumregeln

Professor Witawat Rungruangphon von der Thammasat Universität unterstützt den Vorschlag der Regierung zur Abschaffung der aktuellen Visafreiheit. Die bisherige Regelung half Thailand zwar nach der Pandemie, lockte aber auch viele unerwünschte Gäste an.

Laut dem Experten nutzten sogenannte „minderwertige“ Besucher das System aus, um illegal zu arbeiten. Zudem missbrauchten kriminelle Banden die einfache Einreise, um Thailand als Basis für ihre Geschäfte zu verwenden.

Kampf gegen den Billigtourismus

Der Ruf des Landes leidet massiv unter dem sogenannten „Null‑Dollar“-Tourismus und der Überlastung bekannter Urlaubsorte. Diese Entwicklung schreckt zahlungskräftige Reisende ab, die Thailand eigentlich als hochwertiges Ziel besuchen möchten.

Ausländische Investitionen in zweifelhafte Betriebe haben das Problem des Übertourismus in den letzten Jahren verschärft. Witawat betont, dass jetzt der richtige Zeitpunkt für eine Kehrtwende in der thailändischen Tourismuspolitik sei.

Neue Gebühren für bessere Qualität

Das Ministerium für Tourismus und Sport sucht nach neuen Wegen, um gezielt ausgabenfreudige Urlauber ins Land zu holen. Eine geplante Reisegebühr soll dabei helfen, die Qualität der touristischen Infrastruktur deutlich zu verbessern.

Die Einnahmen aus dieser Gebühr könnten in die Instandhaltung von Attraktionen und in die medizinische Versorgung fließen. Dies würde die staatlichen Steuerzahler entlasten und für „Mehr Qualitätstouristen“ im Land sorgen.

Gleichgewicht zwischen Luxus und Budget

Die Regierung soll künftig selektiver entscheiden, welche Nationalitäten weiterhin ohne Visum einreisen dürfen. Besonders Länder mit gegenseitigen Abkommen sollten bevorzugt werden, während das System für Missbrauchsanfällige geschlossen wird.

Trotz der strengeren Regeln mahnt der Experte zur Ausgewogenheit zwischen Luxusurlaubern und Reisenden mit kleinerem Budget. Auch Rucksacktouristen kurbeln lokale Unternehmen an, solange sie sich an die geltenden Gesetze halten.

Zukunftspläne für thailändische Reisende

Neben den Regeln für Ausländer plant das Kabinett auch eine neue Ausreisegebühr für thailändische Staatsbürger. Witawat stimmt diesem Vorhaben grundsätzlich zu, fordert aber Ausnahmen für Menschen, die beruflich viel fliegen. Die Neuausrichtung des Tourismus ist ein entscheidender Schritt für Thailands Ansehen in der Welt. Es geht darum, das Land als sicheres und erstklassiges Reiseziel für die Zukunft zu positionieren.

Was denkst du darüber? Schreib uns deine Meinung in die Kommentare.

0 Kommentare

  1. wer erklärt mir den was Qualitätstouristen sind? Bin ich als deutscher Rentner ein Qualitätstourist? Fragen über Fragen!

    1. Qualitätstouristen sind Touristen, die möglichst viel Kohle ausgeben – je mehr desto höher die Qualität.
      Inwiefern Thailand mit der Verkürzung der Visa-freien Einreise allerdings damit mehr Qualitätstouristen anlocken will erschließt sich mir nicht. Thailand tut mittlerweile alles , damit sich Touristen immer weniger willkommen fühlen im „Weltklasse Reiseziel“ Thailand.
      Sie werden schon sehen, was sie davon haben…..

    2. Wenn du ein Rentner bist der hier lebt, dann bist du kein Tourist. Von daher ist die Fragestellung schon für die Füße.

        1. Wenn du nicht hier (in Thailand) lebst, sondern nur als Tourist hin und wieder herkommst, dann ist es irrelevant ob du Rentner bist oder nicht. Deine Fragestellung ist auch dann für die Füße. Was hat dein Status als Rentner damit zu tun, ob du Qualitätstourist bist ? Es gibt Rentner die können 10.000 Baht pro Tag raushauen und es gibt Rentner die bei 1.000 Baht pro Tag Schnappatmung kriegen.

          1. was willst du mir eigentlich mit deinen herabwürdigenden Kommentaren sagen?

  2. Andreas Fincke

    Der Professor fördert den 0 Dollar Tourismus, ohne es zu erkennen. Gleichzeit erwartet er keine Gegenreaktion von den Besuchern, Urlaub ist auch ein Bauchgefühl. Wenn man den Besuchern ausreichend das Gefühl gibt, unerwünscht zu sein, dürfte das Auswirkungen selbst in der Statistik hinterlassen.
    Im Prinzip sagt er, all inklusive Reisende aus China sind willkommen, junges Party Volk auch, der Rest sollte bleiben, wo der Pfeffer wächst. Ich vermute, einen Lehrstuhl in Volkswirtschaft oder verwandten Bereichen hat er nicht inne. Ganz falsch sind seine Überlegungen nicht, nur die Auswirkungen seiner Forderungen vielleicht nicht bis zum Ende durchdacht.
    Mir erschließt sich nur nicht, wie Thailand damit Einkommen generieren will. Aber vielleicht bin ich nur zu ungebildet und kein Thai Nation, daran wird es sicher liegen.

  3. Peter Schneider

    Thailand – immer wollen. Wie wärs denn mal mit etwas Wertschätzung gegenüber langjährigen
    (Qualitäts)-Residenten, die hier jeden Tag ihre Rente ausgeben.

    1. Auf den Punkt gebracht. Wie wäre es , ein bisschen Englisch zu lernen? Vielleicht kommen dann ein paar Qualitätstouristen. Wie sagt man so schön, ein dummes Volk lässt sich leichter Regieren.

    2. Ich fühle mich hier als Resident ausgesprochen wertgeschätzt. Vieleicht machst du was falsch.

  4. Weltweit in allen Shithole Countries für Tourismus werben und dann Qualitäts Touristen erwarten!! Genau mein Humor 😜🤬😜

  5. Alex Hoffmann

    Der Duden erklärt Hybris als Hochmut; Überheblichkeit; Vermessenheit. Hybris beschreibt seit der Antike die menschliche Selbstüberschätzung. Wenn Thailand anscheinend Probleme mit dem Übertourismus hat, dann sage ich voraus, dass das Land bald ein großes Problem mit Untertourismus bekommen wird. Und dieses Problem ist dann hausgemacht. Kein normaler Mensch macht Urlaub in einem Land wo man so offensichtlich nicht willkommen ist.

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